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Hartmut Goldschmidt und Leo Rasche sprechen in der KML-Podcastreihe über Behandlungserfolge beim Multiplen Myelom

Das KML hat zwei neue Podcasts zum Multiplen Myelom veröffentlicht veröffentlicht. Alle KML-Podcasts können über die KML-Podcastseite und von allen gängigen Plattformen gestreamt werden.

Beim Multiplen Myelom vermehren sich bösartig veränderte Immunzellen unkontrolliert im Knochenmark und setzen große Mengen nicht funktionsfähiger Antikörper frei. Anfangs haben Betroffene kaum Beschwerden, in fortgeschrittenen Stadien klagen Patient:innen über abnehmende Leistungsfähigkeit, ihre Knochenschmerzen sind oft Hinweise auf Frakturen und es besteht eine erhöhte Anfälligkeit für Infekte. Dank neuer Diagnose- und Therapiemethoden hat sich die Prognose vieler Patient:innen in den letzten 35 Jahren deutlich verbessert. Wie es dazu kam und wo wir heute stehen -diesen Fragen geht Peter Borchmann als Gastgeber der KML-Podcastreihe im Gespräch mit Hartmut Goldschmidt und Leo Rasche nach.

Rückblick auf 30 Jahre Myelom-Forschung: Was haben wir erreicht?

Wer vor 35 Jahren an einem Multiplen Myelom erkrankte, stand vor einer fast ausweglosen Situation. Die Therapie war auf wenige, nur unzureichend wirksame Medikamente beschränkt – die mittlere Lebenserwartung dieser Patient:innen betrug etwa 3 Jahre. Viele Betroffene erkrankten zusätzlich an einem myelodysplastischen Syndrom oder einer akuten myeloischen Leukämie. Neue Konzepte mussten her.

Hartmut Goldschmidt, der 1992 von der Berliner Charité kommend an die Uniklinik in Heidelberg gewechselt war, forschte dort an Behandlungskonzepten mit hochdosierten Chemotherapien. Es zeigte sich, dass durch die sequentielle Hochdosistherapie langfristige und durch die allogene Stammzelltransplantation auch komplette Remissionen beim multiplen Myelom erzielt werden konnten. Angetrieben von dem Ziel, nebenwirkungsärmere Therapien für am Multiplen Myelom erkrankte Menschen zu entwickeln, wurde 1996 die GMMG – die German-Speaking Myeloma Multicenter Group - gegründet und 30 Jahre lang von H. Goldschmidt geleitet. Heute ist das Multiple Myelom eine gut beherrschbare Erkrankung – und dazu hat auch die GMMG unter der Leitung von Hartmut Goldschmidt beigetragen – weit über 600 Publikationen bei PubMed, davon allein sechs im New England Journal of Medicine (NEJM), belegen die wissenschaftliche Relevanz dieser Gruppe. Hören Sie rein und erfahren Sie, welche Hürden die GMMG genommen hat und wie durch klinische Therapiestudien die Situation für an einem multiplen Myelom erkrankte Menschen stetig verbessert werden konnte.

Informationen zu Hartmut Goldschmidt und die GMMG

https://gmmg.info

Myelomzentrum Heidelberg: Universitätsklinikum Heidelberg

Multiples Myelom: T-Zell aktivierende Immuntherapie auf dem Weg in die Erstlinie?

In der letzten Podcastfolge wurde gemeinsam mit Hartmut Goldschmidt ein Blick zurückgeworfen und die Therapieentwicklung beim Multiplen Myelom beleuchtet. Heute schauen wir bei derselben Erkrankung nach vorne: Im Gespräch mit Leo Rasche aus Würzburg thematisiert Peter Borchmann den Stellenwert T-Zell-aktivierender Immuntherapien. Darunter werden innovative Krebstherapien verstanden, bei denen entweder die T-Zellen des körpereigene Abwehrsystems genetisch modifiziert (CAR-T-Zell-Therapie) oder aber stimuliert (bispezifische Antikörper) werden, um Tumorzellen spezifisch zu erkennen und in Serie zu zerstören. Denn die das multiple Myelom verursachenden Plasmazellen – sie sind terminale Differenzierungsstufe der B-Lymphozyten - haben gleich mehrere Antigene, die sich als Zielstruktur für sogenannte „T-cell engager“ etabliert haben oder sich für CAR-T-Zelltherapien beim Multiple Myelom eignen.

Leo Rasche war von 2016 bis 2018 Postdoktorand am „Myeloma Institute der University of Arkansas for Medical Sciences“ in Little Rock, wo er sich mit medizinischer Bildgebung, Tumorgenomik, Tumorentwicklung und Immuntherapieansätzen zur Behandlung des multiplen Myeloms befasste. Seit 2018 ist Leo Rasche Oberarzt und Gruppenleiter in der Myelomabteilung des Universitätsklinikums Würzburg und erhielt 2022 den mit 7.500 Euro dotierten Artur-Pappenheim-Preis der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) für seine herausragende Forschung zum Multiplen Myelom. Seine Arbeit entschlüsselte Resistenzmechanismen bei CAR-T-Zelltherapien, bei denen Myelomzellen das Oberflächenprotein BCMA verlieren, was für die Weiterentwicklung von Krebstherapien von hoher Bedeutung ist.

Informationen zu Leo Rasche und die DSMM

Universitätsklinikum Würzburg: Zentrum für das Multiple Myelom

Universitätsklinikum Würzburg: Prof. Dr. med. Leo Rasche

Informationen zum KML-Podcast & Peter Borchmann

https://lymphome.de/podcast

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